Bonsai Erde – Arten und Komponenten

bonsaierde

Eine der essenziellen Komponenten für einen schönen, optimal wachsenden Bonsai ist die Bonsaierde . In dieser werden alle Nährstoffe aufgenommen und Wasser gespeichert, weshalb die Zusammensetzung der Bonsai Erde für dessen Versorgung sehr wichtig ist.

Dabei gibt es viele Arten von Bonsai Erden, welche für verschiedene Zwecke geeignet sind. Wichtig sind dabei vor allem die Bestandteile der Erde, die für Nährstoffversorgung und Wuzelwachstum verantwortlich sind. Normale Blumenerde eignet sich aus verschiedenen Gründen nicht als Bonsai Erde, weshalb man auf spezifische Nährböden zurückgreifen sollte.


Da man im Handel auch oftmals viele Bonsaierden kaufen kann, ist es wichtig zu wissen, worauf es ankommt:

  • Der pH-Wert der Bonsai Erde sollte für die meisten Arten leicht basisch sein (8-10.5).
  • Für guten Halt sollte der Bonsai-Boden Standhaftigkeit garantieren.
  • Der Nährstoffgehalt sollte ausreichend sein, damit der Bonsai optimal wächst.
  • Für eine gute Durchlüftung sollte die Größe und Körnigkeit der Erdkrümel stimmen, da ansonsten die Wurzeln schimmeln könnten.
  • Die Bonsaierde sollte nicht zu schnell austrocknen, aber das Wasser auch halten können.

 

Arten von Bonsai Erden

Es gibt einige „klassische“ Substrate, welche erhältlich sind. Wer seine Bonsaierde selber mischen will, kann diese Substrate auch dazu verwenden. Hier eine Übersicht:



  • DESERUSSIE

    • gute pH Pufferwirkung
    • für die meisten Bonsai Arten geeignet
    • bleibt lange körnig (harte Qualität)
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  • KANUMA

    • mineralishes Granulat
    • für Bonsai Azaleen hervorragend geeignet
    • saurer pH-Wert
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  • LAVAGRANULAT

    • festes Material
    • trocknet nicht schnell aus
    • gute Durchlüftung
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  • KIRYU ERDE

    • Japanische Vitaminerde
    • Für Kiefern und Wacholder Bonsai bestens geeignet
    • optimal als Mischung
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Darüber hinaus gibt es noch generelle Bestandteile einer Bonsai Erde, welche zur Mischung verwendet werden können. Je nach Bedarf und Bonsai-Art kann man diese Komponenten kombinieren oder wechseln.

  • Kies ist in verschiedenen Größen vorhanden und gibt dem Boden Festigkeit. Besonders verbreitet ist dabei Bimskies, der in manchen Fällen (wie beim Bewurzeln von Keimlingen) pur eingesetzt wird. Ansonsten wird er meist in Verbindung mit anderen Substraten eingesetzt.
  • Sand – Im Gegensatz zu den anderen Stoffen besitzt Sand keine Nährstoffe o.ä. Allerdings kann Sand kleine Mengen an Wasser speichern, was bei schnell austrocknenden Stoffen hilfreich ist. Je nach Verwendung kann man gröberen oder feineren Sand nehmen, man sollte aber besser keinen Bausand / Bauschutt nehmen. Wichtig ist noch, dass ein zu feiner (pulverförmig) oder scharfkantiger Sand (mit Steinchen) einen gegenteiligen Effekt haben kann.
  • Torf hat einen sehr sauren pH-Wert (2-4) und kann daher deregulierend auf eine Mischung wirken. Außerdem wird dadurch verhindert, dass die Wurzeln faulen oder gar verrotten.
    Für Nadelbonsais eignet sich vor allem Weißtorf.
  • Ton ist ein sehr fester Stoff, der allerdings kaum Wasser aufnehmen oder speichern kann. Gebrannter Ton hat bessere Wasseraufnahme-Eigenschaften. Nichtsdestotrotz besitzt Ton viele Spurenelemente und andere Nährstoffe und eignet sich vor allem als Mischelement.
  • Lehm ist besonders dazu geeignet Wasser zu speichern und über längere Zeit an den Baum abzugeben. Darüber hinaus besitzt er eine hohe Anzahl an Nährstoffen.
  • Kokoserde oder auch „Boncoco“ ist kein natürlich vorkommender Stoff, sondern ist als Briketts zu kaufen. Zerkleinert man diese, können sie große Mengen an Wasser aufnehmen und speichern.
  • Humus kann entweder selbst hergestellt werden (durch verrottete Pflanzenreste) oder im Handel gekauft werden. Wird dieser selbst gemacht, sollte er jedoch aus Sicherheit sterilisiert werden, falls sich Schädlinge eingenistet haben. Je nach Größe der Körner, sollten die entstandene Erde gesiebt werden. Humus und Komposterde eignen sich besonders für Bonsai Stecklinge vor dem umtopfen.
  • Mulch besteht aus rein pflanzlichen Teilen (getrocknet und zerkleinert). Es eignet sich hauptsächlich als Mischgut zu härteren Substraten, da es die Bonsai Erde auflockert und dadurch für eine bessere Sauerstoffversorgung sorgt.

Weitere, nicht aufgelistete Böden bestehen meist zu Teilen aus diesen Komponenten.

 

 

Bonsaierde selber machen

Erdmischungen sind besonders bei erfahreneren Bonsai Besitzern beliebt, aber auch Anfänger können die Stoffe mischen und verwenden. Um seine Bonsaierde selben zu mischen braucht man lediglich einige der oben genannten Komponenten und ein Mischverhältnis. Die perfekte Bonsaierde ist dabei abhängig von der Baumart und der Entwicklung.

Mit zunehmender Erfahrung wird wohl jeder seine eigenen Bonsaierden „Hausmischungen“ / Rezepte finden.

 

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